Digitalize it - Ein Gemälde wird digital

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da konnten Kunstschaffende ihre Gemälde nur während einer Ausstellung einer gewissen Anzahl von Menschen präsentieren. Die Besucherzahl der Ausstellung hing alleine vom Bekanntheitsgrad des Künstlers, der Örtlichkeit der Ausstellung und der Öffentlichkeitsarbeit ab. 

Inzwischen haben wir bekanntlich Neuland betreten und sind im digitalen Zeitalter angekommen. Im Gegensatz zu damals, ist es jetzt möglich, mit nur wenigen Klicks die eigene Kunst einer großen Zahl von Menschen zu präsentieren. Dank dem Internet, mit all den Websiten, sozialen Medien und sonstigen Kanälen, ist man mit seinen Werken in kürzester Zeit weltweit präsent. Natürlich hängt die Reichweite auch hier vom eigenen Einsatz ab, aber im Verhältnis zu einer Ausstellung in irgendeinem Gebäude, in irgendeiner Stadt, erreicht man im World Wide Web wesentlich mehr Augen.

So, nun hat man also das fertige Kunstwerk vor sich stehen und möchte dies ins Internet auf die eigene Homepage, oder Facebook bringen. Dazu muss das Kunstwerk digital werden. Da heute so gut wie jeder eine Digitalkamera besitzt, ist das so einfach wie nie. 

 

Ein paar einfache Tipps und Tricks über die Vorgehensweise beim Abfotografieren von Gemälden beschreibe ich hier in einem separaten Beitrag.

 

Meine eigenen Gemälde fotografiere ich in meinem Atelier ab. Hier habe ich genügend Licht, um ein gutes Ergebnis zu bekommen. Das Gemälde wir mit Hilfe einer Staffelei fixiert. Die Kamera kommt auf ein Stativ und kann somit exakt eingestellt und ausgerichtet werden. Passt das alles, werden mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung gemacht. Die Fotos nehme ich im Rohformat auf, um dann später mehr Details herausarbeiten zu können.

Ist alles im Kasten, werden die Bilder auf den Computer gezogen, um diese weiter zu bearbeiten. Ich persönlich verwende zum Entwickeln und Bearbeiten der Rohformate Adobe Lightroom. Am Bildschirm wähle ich als erstes das am besten belichtete Bild aus. Das schneide ich dann im gewünschten Format zu, so dass nur noch die Bildfläche des Gemäldes darauf zu sehen ist. Danach wird schrittweise Helligkeit und Kontrast optimiert, der Weißabgleich genau angepasst, das Bildrauschen und die Schärfe verbessert. Mit dem bereits erwähnten Programm hat man außerdem noch eine Vielzahl an Möglichkeiten, um das Foto so zu bearbeiten, bis es dem Original gleicht. Um die Farbdarstellung am Monitor richtig beurteilen zu können, empfiehlt es sich den Bildschirm mit Hilfe eines Kalibriergerätes einzustellen.

 

Ist das digitale Bild so wie gewünscht, muss es von der Rohdatei in eine übliche JPEG-Datei umgewandelt werden. Wie bei anderen professionellen Programmen, hat man auch mit Lightroom die Möglichkeit, das Bild in einer gewünschten Größe auszugeben. Um das Bild für das Internet zu verwenden, ist es sinnvoll, das Foto zu verkleinern. Das fertige Bild ist dann beispielsweise nur noch 800 Pixel breit. Die Druckauflösung hält man unter 100 dpi. Somit hat man ein Abbild seines Kunstwerkes, das nun für die Verwendung im Web optimiert ist. Das ist notwendig, da erstens der Upload zügig geht und zweitens das Bild auf einer Website schneller geladen wird.

Dann kommt das, was man auch offline für eine Ausstellung machen muss. Früher war das Einladungen verschicken, Plakate drucken und hängen oder in Zeitungen inserieren. Heute teilt, pinnt, twittert man und versendet Newsletter.

 

Aber ganz ehrlich... Um ein Kunstwerk wirklich zu erfahren, kommt man um den Gang in eine echte Kunstausstellung nicht herum. Denn eines sollte klar sein: Kunst ist mehr als Bits und Bytes.


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