Ein Acrylbild entsteht - Nass in Nass Technik

nass in nass Technik mit Acrylfarben, Thomas Guggemos
vor lauter Bäume...

In diesem Beitrag möchte ich eine weitere Technik vorstellen, mit der ich meine Acrylgemälde anfertige. Am Bild "Der Suizid", welches auch hier in der Galerie zu finden ist, zeige ich wie man mit Acrylfarben nass in nass malt und somit wunderbare Effekte erzielen kann.

Der Hintergrund, welcher eine Mischung aus verschiedenen Grüntönen ist, wurde schon einen Tag davor, mit der nass in nass Technik angefertigt und hatte somit genug Zeit zu trocknen. Wie man auf den Bildern erkennen kann, wird in diesem Fall das Gemälde in horizontaler Lage angefertigt. Ich benutze hier eine Staffelei, die um 90 Grad schwenkbar ist und mit der man die Leinwand exakt horizontal ausrichten kann. Die genaue Lage ist notwendig, damit während dem Malvorgang die Farbe nicht davonläuft.

Nasser Hintergrund, Technik für Acrylmalerei, Thomas Guggemos
das Dunkel des Waldes

Ein wichtiges Werkzeug zum malen solcher Bilder, ist eine einfache, mit Wasser gefüllte Sprühflasche, wie sie auch für Zimmerpflanzen verwendet wird. Damit wird die zu bemalende Stelle auf der Leinwand angefeuchtet.

Auf den Hintergrund, welcher das Grün des Waldes darstellen soll, wurden mit einem stark verdünnten, dunklen Braunton einige Bäume schemenhaft dargestellt, um den Wald-Effekt zu verstärken. Die dem Licht zugewandte Seite der Bäume wird noch etwas aufgehellt, die andere Seite abgedunkelt. Um dem Ganzen etwas Mystik zu verleihen, wird der Waldboden mit schwarzer Farbe bearbeitet.

Acrylfarbe verläuft mit Wasser, Thomas Guggemos
Wasser für den Wald

Dabei wird während des malens immer wieder die aufgetragene Farbe mit Wasser besprüht. Je nachdem wie stark die Farbe verdünnt wird, umso unterschiedlichere Effekte kann man damit erzielen. In dem gezeigten Beispiel wir die Farbe für den Hintergrund sehr feucht gehalten. Da hier noch nicht viele Details erwünscht sind und der Wald nur schemenhaft dargestellt werden soll, verschwimmen durch das Wasser die Farben ineinander und lassen sich mit dem Pinsel oder Finger in die gewünschte Richtung verschieben. Durch verpusten der flüssigen Farbe auf der Leinwand oder abtupfen mit einem Lappen lassen sich noch weitere Effekte erzielen.

Acrylfarbe grob vormalen, Thomas Guggemos
die ersten Züge

Nachdem der Hintergrund mit den Bäumen getrocknet ist, wird die Stelle, auf der die Eule gemalt wird mit der Sprühflasche wieder angefeuchtet. Da hier viele Details erwünscht sind und genaues Arbeiten erforderlich ist, wird auf allzu viel Wasser verzichtet, um unkontrolliertes ineinanderlaufen der Farbe zu vermeiden. Wie bei einigen meiner anderen Arbeiten, wird hier nichts vorskizziert. Die Farbe wird "intuitiv" aufgetragen. Hier im Beispiel wird mit brauner Farbe die Silhouette des Vogels vorgemalt. Dadurch dass die Farbe auf eine feuchte Leinwand aufgetragen wird, kann man das Ganze mit dem Pinsel formen und zurecht-schieben und eventuelle Fehler mit einem Lappen wieder wegwischen.

Acrylfarben mit Wasser feucht halten, Sprühflasche, Thomas Guggemos
Details dem Acrylbild hinzufügen, Thomas Guggemos
Pinselstriche werden feiner, Acrylmalerei von Thomas Guggemos

Es wird immer wieder nachbefeuchtet, damit die Farbe beweglich bleibt. Bei den detailierten Arbeiten ist es aber wichtig, die Farbe nicht komplett schwimmen zu lassen. So lassen sich verschiedene Farben und Abstufungen kontrolliert miteinander verarbeiten und ermöglichen weiche Übergänge, wie sie aus der Ölmalerei bekannt sind.

Feine Malerei in Acryl von Thomas Guggemos
Details herausarbeiten, Eule, Acrylmalerei von Thomas Guggemos
Das Acrylgemälde ist fast fertig, Thomas Guggemos

Die Eule wird immer feiner und detailierter herausgearbeitet. Umso feiner die Details werden, desto weniger Flüssigkeit wird hier beim Malen verwendet, denn sonst wird es schwierig feine Linien und scharfe Kanten zu ziehen.

Dannach kommt die Beute. In diesem Fall der Sensenmann. Auch hier wird genauso vorgegangen. Die Grundform wird mit Schwarz gut verdünnt auftragen, damit die Farbe formbar und korrigierbar bleibt. Wenn alles passt, das Ganze etwas antrocknen lassen bevor die Perspektive in das Objekt kommt. Auch hier wird mit zunehmenden Details immer weniger Wasser hinzugefügt. Dannach alles trocknen lassen und vielleicht noch kleine Korrekturen vornehmen... Dann sollte der Vogel fliegen und der Tod tot sein.

 

Acrylbild, Suizid, Eule fängt den Tod, Sensenmann, Thomas Guggemos
Das fertige Bild - Der Suizid

Hier im GuggART-Blog gibt es außerdem noch andere Techniken und schrittweise Erklärungen, die zeigen, wie meine Gemälde entstehen. Schau vorbei.


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Kommentare: 8
  • #1

    Andrea Behrens (Samstag, 11 Januar 2014 18:56)

    Ich ziehe meinen Hut vor Deinem Können, besonders das Bild mit dem Hubschrauber im Spinnennetz finde ich klasse ^-^ , und ich frage mich wohin die Eule Gevatter Tod wohl hin- verschleppt? Sie wird ihn ja wohl nicht an ihre armen Küken verfüttern?? ...Super, dass Du Deine Techniken hier mit anderen Menschen teilst. So was ähnliches habe ich auf meinem recht "jungen" Blog auch schon mal versucht und es ist für Neulinge echt toll, auf solche Recourcen zurück greifen zu können! Mach weiter so bitte. Liebe Grüße, Andrea

  • #2

    Thomas Guggemos (Sonntag, 12 Januar 2014 09:22)

    Hallo Andrea
    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Freut mich wenn es Dir gefällt. Gerne teile ich meine Erfahrungen im Arbeiten mit verschiedenen Techniken... warum soll man auch ein großes Geheimnis daraus machen. Das wichtigste in der Kunst, ist meiner Meinung nach, dass man Ideen hat. Ideen muss jeder selber haben, die kann man nicht vermitteln. Die Technik aber, mit welcher man seine Ideen umsetzt, kann man gerne der Öffentlichkeit präsentieren und somit andere unterstützen, die zwar Ideen haben aber vielleicht noch nicht wissen wie sie sich umsetzten lassen.
    Wohin die Eule den Sensenmann geschleppt hat weiß ich leider auch nicht. Es wäre aber interessant zu wissen, ob er das überlebt hat ;-)
    Viele Grüße, Thomas Guggemos

  • #3

    hedy beith (Sonntag, 02 März 2014 13:03)

    hallo thomas,
    ich bin begeistert von deinen bildern und freue mich sehr über die aufklärung der arbeiten mit acrylfarben.
    ich habe mich schwer getan mit dieser technik, verschenkte alle meine farben.
    wenn ich eher auf deine seite gekommen wäre, hätt ich`s mir sicher überlegt, noch einen anfang zu machen.

  • #4

    Thomas Guggemos (Montag, 03 März 2014 14:59)

    Das freut mich. Natürlich ist beim detaillierten Arbeiten mit Acrylfarben etwas mehr Geduld gefragt. Aber auch hier gibt es verschiedene Techniken, die einiges erleichtern... und anfangen kann man damit immer wieder ;-)

  • #5

    Margitta (Sonntag, 16 März 2014 19:12)

    super dieses Forum gefunden zu haben, dieses Bild allein lässt mich wissen, dass ich noch einiges dazu lernen kann. Hammer Bild!!!

  • #6

    Janine (Dienstag, 08 April 2014 17:57)

    Guten Tag,
    Deine nass in nass- Technik beeindruckt mich sehr und ich werd mich in nächster auch mal an dieser Technik versuchen.
    Dein Bild sieht übrigens klasse aus. Sehr Detailliert (wovon ich immer ein Fan bin :'D ) und mit dieser Technik erzielst du mega schöne Effekte. *-*
    Weiterhin viel Spaß beim malen/zeichnen.
    Freue mich über weitere Vorstellungen von Techniken. ;)

  • #7

    Guggemos Thomas (Montag, 05 Mai 2014 21:21)

    Vielen Dank für eure Kommentare. Schön zu wissen dass die Arbeit, die ich in diese Beschreibungen und Erklärungen stecke nicht umsonst ist.

  • #8

    Dietmar Fink (Mittwoch, 26 Juli 2017 18:23)

    Deine Bilder gefallen mir sehr gut. Beim Malen braucht man manchmal Geduld sonst kann es passieren dass man die Farbe wieder vom Bild nimmt. Also man sollte die Farben Zeit zum trocknen lassen bevor man weiter macht

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