Ein Acrylbild entsteht - Die Hand aus der Tüte

Der Hintergrund wird gemalt - Acrylmalerei
Der Hintergrund

In diesem Beitrag wird in ein paar Schritten erklärt, wie das Bild "Der Ausbrecher" entstanden ist. Es handelt sich hier um ein Acrylgemälde, welches von hinten nach vorne aufgebaut wurde. Das heißt, es wurde mit dem Hintergrund angefangen, welcher immer wieder weiter in den Vordergrund des Bildmotiv's übermalt wurde. In diesem Fall handelt es sich um eine vorgrundierte Leinwand. Der erste Schritt ist das Einfärben mit schwarzer Acrylfarbe. Bei diesem Bild kam ein einfacher Borsten-Flachpinsel zum Einsatz, mit dem auf den schwarzen Hintergrund mit einem grauen Farbton der Untergrund für das spätere Objekt gemalt wurde. Um schon eine erste Perspektive in das Bild zu bringen, verschwindet eine immer dunkler und dünner werdende Spur nach rechts "hinten".

Skizze für Acrylmalerei
erste Skizze auf dem Hintergrund

Der Untergrund wird grob gehalten und mehr oder weniger nur Angedeutet. Die Details sollen dann im eigentlichen Objekt zur Geltung kommen. Bevor das aber soweit ist, muss das Ganze erst vorskizziert werden. Da es sich hier um einen dunklen Hintergrund handelt, eignete sich für die Skizze ein weißer Holzfarbstift. Hier im Beispiel wird erst die Tüte aufskizziert. Als Vorlage diente natürlich eine echte Tüte, welche neben dem Gemälde in Position gebracht wurde.

Ein Acrylbild entsteht
hell und dunkel

Die ersten Konturen und Kanten, welche die hellen Bereiche der Tüte darstellen sollen, werden mit weißer Acrylfarbe herausgearbeitet. Dafür eignet sich ein schmaler, sogenannter Katzenzungen-Pinsel mit harten Synthetik-haaren. Das Gleiche passiert dann mit den Schattenseiten, jedoch mit dunkler Farbe. Für die Mitteltöne werden dann unterschiedliche Grauabstufungen angemischt. Zu diesem Bildaufbau, in dem erst mit Schwarz und Weiß gearbeitet wird, gibt es hier im Blog einen eigenen Artikel, der diese Technik ausführlicher beschreibt.

Malen mit Acrylfarben
Kontrast und Farbe

Um Falten, Knicke und den zerknitterten Effekt von Papiertüten zu erzielen, wurde die Tüte in diesem Bild neben unterschiedlichen Pinseln auch mit einer Malspachtel bearbeitet. Mit Spachteln lassen sich scharfe Kanten sowie tolle Relief-Effekte erzielen. Da Papiertüten bei genauerem Betrachten meist nicht einfach weiß oder grau sind, wird das Ganze noch mit einem hellen Ockerton bearbeitet. Anschließend werden die hellsten Bereiche nochmals mit weißer Farbe herausgeholt und Details herausgearbeitet.

schwarz und weiß mit Acrylfarben
der zweite Teil

Als die Tüte für's Erste fertig ist, kommt die Hand dran. Die gleiche Prozedur: Erst die Skizze mit hellem Stift. Als Vorlage diente hier die eigene Hand. Dannach wieder die hellen Bereiche mit weiß und umso weiter in Richtung Schatten gemalt wird, umso dunkler wird der Grauton. Daran wird solange gearbeitet, bis die Hand eine erste plastische Wirkung hat.

Lasierend malen mit Acrylfarben
erste Farbschicht
plastische Wirkung mit Acrylfarben
Farbe über Farbe

Darauf folgt die erste Farbschicht. Dafür wurde ein ockergelbe Grundfarbe gewählt. Schichtweise folgen verschiedene Farbtöne, von Gelb bis Rot, um den Effekt von Hautfarbe darzustellen. Um diesen Effekt zu erzielen, müssen diese Farbtöne in unterschiedlichen Mischungen und Abstufungen bereichsweise aufgetragen werden. Am Ende, um den Kontrast zu verstärken, werden wieder die Hellen Bereiche mit einer weißen Farbe bearbeitet. Das gleiche wird ebenfalls mit einer entsprechend dunklen Farbe mit den Schattenseiten gemacht.

Acrylmalerei - Schatten malen
die Form des Schattens
Der letzte Schliff am Acrylbild
Vollendung

Um den genauen Verlauf des Schattens zu bestimmen, wird dieser erst aufskizziert. Im skizzierten Bereich wird dann eine dünn angerührte schwarzgraue Farbe aufgetragen und am Rand entsprechend mit den Fingern oder einem trockenen Borstenpinsel verwischt. Umso näher sich das gemalte Objekt am "Boden" befindet, desto härter wird der Schatten gehalten. Das bedeutet, umso weiter sich bereiche vom Boden entfernen, je mehr werden die Konturen des Schattens verwischt.

Zu guter Letzt werden noch diverse Details ins Bild gebracht. In diesem Gemälde bekommt die Tüte zum Schluss noch eine Verzierung und einen angedeuteten Schriftzug mit hellblauer Farbe. Konturen sowie helle und dunkle Bereiche werden nochmal nachgezogen und feine Details mit einem spitzen Gegenstand hinein gekratzt...Signatur und Fertig.

Ein Acrylbild, Hand aus der Tüte, realistische Malerei
Das fertige Bild - Der Ausbrecher

Hier im GuggART-Blog gibt es außerdem noch andere Techniken und schrittweise Erklärungen, die zeigen, wie meine Gemälde entstehen. Schau vorbei.


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Kommentare: 2
  • #1

    Klaus_Robert (Dienstag, 03 Dezember 2013 16:39)

    Sehr raffiniert.

  • #2

    Monika Wiggenhauser (Samstag, 14 Dezember 2013 18:44)

    super gemacht. danke für die einführung. male selbst mit acryl, natürlich nicht so wirklichkeitsnah.
    lg moni

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